Die Jungjägerweiterbildung

Der Purkersdorfer Jagdklub bietet für alle interessierten Mitglieder eine Jungjägerweiterbildung an. Für die Teilnahme an diesem Programm ist eine abgelegte Jagdprüfung Voraussetzung. Die Weiterbildung, basierend auf einem 3-Säulenmodel, dauert ca. 2 Jahre.

  1. Theoretische Seminare sorgen zum einen für die gemeinsame Erarbeitung neuer Erkenntnisse und zum anderen für eine Vertiefung des vorhandenen Wissens.
  2. Dieses theoretische Wissen wird in praktischen Seminaren angewandt und dadurch greifbar gemacht.
  3. Aktive und passive Jagden bilden die 3. Säule.

Über diesen Weg sollen die Teilnehmer des Programms zu fermen, weidgerechten und vor allem selbstbewussten Jägern werden.

Der Einstieg in das Programm ist zu jedem Quartalsbeginn des Jahres möglich.

Die Teilnahme an Veranstaltungen des Jungjägerprogramms ist prinzipiell für alle Klubmitglieder möglich, jedoch haben die Jungjäger ein privilegiertes Melderecht.

Die angebotenen Veranstaltungen werden im Zweijahresrhythmus wiederholt, sodass allen Teilnehmern das idente Veranstaltungsportfolio zur Verfügung steht.

1.      Säule: Die theoretischen Seminare

a)      Jungjägerausstattung

  • Nach der Prüfung benötigst du eine Ausstattung für die Jagd. Welches Kaliber macht Sinn für welche Jagdform? Macht es Sinn ein Universalkaliber zu verwenden?
  • Für welche Munition entscheidest du dich?
  • Welche Zieleinrichtung benötigst du? Welche Zieleinrichtung ist für welche Jagd sinnvoll? Gibt es universale Zieleinrichtungen? Vor- und Nachteile einer Fixmontage vs. einer Wechselmontage?
  • Welches Fernglas brauchst du? Welches Fernglas macht in Relation zu deinem Zielfernrohr Sinn? Wann macht der Einsatz eines Spektivs Sinn bzw. wann ist ein Spektiv erforderlich?
  • Warum benötigst du einen Gehörschutz? Was ist der Unterschied zwischen einem aktiven und einem passiven Gehörschutz? Welche sinnvollen Produkte gibt es am Markt?
  • Welche Bekleidung brauchst du für die Revierarbeit, für die Jagd, für festliche Veranstaltungen? Benötigst du einen Ansitzsack oder gibt es andere Alternativen?
  • Welches Werkzeug benötigst du zum Aufbrechen?

b)      Brauchtum und Verhalten während der Jagd

  • Warum leben wir das Brauchtum? Warum verwenden wir die Jägersprache? Was sind die wichtigsten Bräuche? Was bedeutet Weidgerechtigkeit? Warum ist in der heutigen Zeit ein weidgerechtes Verhalten wichtig?
  • Verhalten während einer Ansitzjagd, Drückjagd, Niederwildjagd, etc.
  • Verhalten nach dem Schuss: Ansitzjagd, Drückjagd, Niederwildjagd, etc.
  • Wir wird eine Strecke gelegt, wie ist der Ablauf der Streckenlegung, wie verhältst du dich während der Streckenlegung richtig?
  • Welche Basics musst du für eine sichere Jagd beachten?

c)      Jagd aus der Sicht eines Försters

Zusammenwirken von Jägern und Forstpersonal

  • Jäger als Nutzer des Waldes im Zusammenschau mit Eigentümerinteressen (Wirkungen des Waldes nach FG 1975 idgF)
  • Rechte und Pflichten der Eigentümer ; Eigentümervertreter und Jagdausübungsberechtigter (Wildschäden, Jagdschäden, etc)
  • Jäger als Erholungssuchender im Einklang mit anderen -Ein Konflikt?
  • Jäger als (Mit)Bewirtschafter

Wild und Jagd ein Wirtschaftsfaktor

  • Wildbret, Direktvermarktung- Kundenerwartungen
  • Wirtschaftsschwerpunkt Jagd oder Forst? Eindrücke und Erfahrungen aus diversen Betrieben.

Der Jäger als Biotoperhalter und Förderer der Biodiversität

  • Jagdausübung ein Beitrag zur Biotoperhaltung im Hinblick auch auf Jagddruck und Beunruhigung
  • Möglichkeiten zum Beitrag der Biotopgestaltung
  • Biodiversität und effiziente Reviereinrichtungen (Fütterung/Ablenkungsfütterung/Kirrung, Bodensitze, Hochstände, Wildkameras)
  • "Mariazeller Erklärung"
  • Themenbereich Reviergrößen und Revierübergreifende Bewirtschaftung im Konnex mit Hegeringgemeinschaften
    • Jagd und Nachhaltigkeit (Ökologisch; Ökonomisch)

d)      Ansprechen von Schalen- und Niederwild

Für einen weidgerechten Jäger ist es unerlässlich, dass er das Stück vor dem Schuss richtig anspricht und entscheiden kann, ob das Stück entnommen wird, oder nicht.

In diesem Seminar behandeln wir das Ansprechen von folgenden Schalenwildarten:

  • Rehwild
  • Schwarzwild
  • Muffelwild
  • Rotwild
  • Dammwild
  • Sikawild

Welche techn. Hilfsmittel kannst du zum Ansprechen von Schalenwild verwenden und was ist davon sinnvoll?

Gerade beim Ansprechen von Niederwild und Raubwild bleibt meistens nicht viel Zeit, um die Entscheidung für den Schuss zu treffen. Daher ist die Fähigkeit des raschen und zuverlässigen Ansprechens hier unverzichtbar.

In diesem Seminar wird das Ansprechen von folgenden Niederwildarten bzw. Raubwild behandelt:

  • Gänse
  • Enten
  • Fasan
  • Fuchs/Schakal
  • Hase/Kaninchen
  • Dachs
  • Marder
  • Rebhuhn
  • Wachtel
  • Raben

Die Entscheidung, ob entnommen wird oder nicht, wird im Seminar Wildhege und Wildmanagement behandelt.

e)     Wildhege und Wildmanagement

  • Welche Maßnahmen kannst du treffen, um dem Wild optimale Rahmenbedingen zu bieten und Wildschaden möglichst zu vermeiden.
  • Wie kannst du in deinem Revier das Biotop gestalten, um den Bestand von Wildarten mit keiner bzw. niedriger Population wieder zu erhöhen?
  • Wie managest du Schädlinge?
  • Wie beugst du Wildkrankheiten vor?

f)      Wildkrankheiten

  • Was sind die häufigsten Krankheiten und wie erkenne ich sie?
  • Wie erkenne ich krankes Wild?
  • Was rechtfertig einen Hegeabschuss?
  • Ist ein Hegeabschuss außerhalb der Schusszeit zulässig?

2.      Säule: Praktische Seminare

a)      Flintentraining

Um für die Herbstjagden gerüstet zu sein, ist es erforderlich auch während des Jahres mit der Flinte zu üben. Wir werden mit unterschiedlichen Instruktoren in unterschiedlichen Situationen den Umgang mit der Flinte üben.

b)      Büchsentraining

In unterschiedlichen jagdlichen Situationen kommt die Büchse zum Einsatz. Um in diesen Situationen einen weidgerechten Schuss antragen zu können, werden wir diese Situationen in mehreren Seminaren üben.

c)      Jagdhornbläser

Die Kunst des Jagdhornblasens will gelernt sein, gemeinsam mit unseren Jagdhornbläsern geben wir einen ersten Einblick in das Jagdhornblasen. Dabei stellen wir auch die gängigsten Instrumente vor.

d)      Reviereinrichtungen planen und bauen

  • Wie planst du eine Reviereinrichtung?
  • Was ist bei der Positionierung zu berücksichtigen?
  • Welche Materialen brauchst du?
  • Welches Werkzeug ist für die Erstellung einer Reviereinrichtung erforderlich?

e)      Jagdhundepräsentation

Hunde sind ein wesentlicher Teil der Jagd und daher unverzichtbar. Im Rahmen der Präsentation zeigen wir dir die in Österreich am häufigsten verwendeten Hunderassen und erläutern deren Vorzüge und deren jagdlichen Einsatzmöglichkeiten. Nicht jeder Jagdhund eignet sich für jedes Revier, daher sollten die jagdlichen Veranlagungen der Hund bekannt sein und bei der Auswahl des Gefährten berücksichtigt werden.

f)       Pirschzeichen und Bewegen im Revier

Das Wild hinterlässt Zeichen. In diesem Seminar lernst du diese Zeichen zu finden, zu erkennen und korrekt zu deuten. Über die Pirschzeichen können viele jagdlich relevante Rückschlüsse gewonnen werden. Gleichzeitig wird gezeigt, wie du dich im Revier bewegst, ohne das Wild zu vergrämen.

g)      Aufbrechen und Zerwirken

Die Jagd endet in der Küche. Für die Gewinnung von einwandfreiem und küchenfertigem Wild gilt es einiges beim Aufbrechen und Zerwirken zu beachten. In diesem Seminar wird gezeigt, wie Schalenwild und Niederwild korrekt versorgt wird, welche Sicherheits- und Hygienemaßnahmen erforderlich sind, welche Werkzeuge erforderlich sind und was beim Zerwirken zu beachten ist, um hochwertiges Wildbret zu gewinnen.

h)      Trophäenbehandlung

Die Inhalte dieses Seminares zeigen die erforderlichen Schritte zur Gewinnung der Trophäe und wie du sie konservierst und präsentierst.

3.      Säule: Jagden

a)      Murmeljagd

In der schönen Bergwelt Österreichs werden wir ein Wochenende lang den Murmeln lauschen und Affe, Bär und Katze bejagen. Wir werden uns an die Murmelbauten anpirschen und dann gespannt warten was passiert. Am Ende des Wochenendes werden wir sicher viele Erinnerungen an gemeinsame Stunden mit den Jagdkollegen und an unsere jagdlichen Erlebnisse mit nach Hause nehmen.

b)      Niederwildjagd

Die Niederwildjagd als Gesellschaftsjagd ist sehr herausfordernd. Viel gibt es dabei in sehr kurzer Zeit zu beachten: ist ein sicherer Schuss möglich, ist das Stück frei, passt die Schussdistanz, wo sind die Stöber- bzw. Vorstehhunde? Im Rahmen einer kleinen Gesellschaftsjagd bekommst du einen Einblick in diese Abläufe. Nach der traditionellen Streckenlegung beenden wir den Jagdtag mit einem gemeinsamen Schüsseltrieb.

c)      Ansitzjagd

Wir werden auf Jahrlingsböcke ansitzen. Bei einem Abend- und Morgenansitz bekommst du die Möglichkeit zu beobachten, was sich im Wald zu dieser Uhrzeit alles ereignet. Vielleicht ist der passende Bock dabei.

Wir fahren mit Euch im Mai für eine Woche zur Reh- und Schwarzwildjagd nach Thürigen. Die Gruppe setzt sich auch Jungjäger und erfahrenen Jäger zusammen. Während dieser Woche habt Ihr die Möglichkeit von erfahrenen Jäger in der Praxis zu lernen.

d)      Drückjagd (als Standbegleitung)

Als Standbegleitung eines erfahrenen Jägers lernst du die Abläufe einer Drückjagd kennen. Es wird das korrekte Verhalten während der Jagd erklärt, dabei wird speziell auf die erforderlichen Sicherheitsrichtlinien eingegangen.

Weiter Informationen können bei  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! angefragt werden.